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Die Blutegeltherapie gehört zu den ältesten Heilmethoden der überlieferten Medizingeschichte. Die ältesten gefundenen Aufzeichnungen sind aus der indischen Medizin bekannt. Sie datieren zwischen 100 – 600 v. Chr. Bis ins 19. Jahrhundert galten Blutegel als spezielles zuverlässiges Heilmittel. Allerdings hat man damals zum Teil auch übertrieben, denn es wurden teilweise auch bis zu 100 Egel pro Behandlung angesetzt. Nachdem die Entdeckung der Bakterien und Viren als Krankheitserreger sich verbreitete, ging der Einsatz von Blutegeln schlagartig zurück. Dem Arzt B. Aschner (1883 – 1960) ist es zu verdanken, dass neben den Blutegeln auch viele weitere naturheilkundliche Verfahren wiederentdeckt wurden. Es gibt weltweit etwas 600 Blutegelarten. Der in der Naturheilkunde verwendete Egel ist der Hiruto medicinalis. Ein naher Verwandter von ihm ist der Regenwurm und wie nützlich der ist, wissen wir alle. Beide gehören zur Familie der Ringelwürmer. Zweck der Blutegelbehandlung Zum Einen stellt die Blutegelbehandlung eine Art von kleinem Aderlass dar (jeder Egel trinkt ca. 8-10 ml Blut während des Saugvorganges, dazu kommt die Nachblutung von ca. 50ml Blut). Jedoch beruht der Erfolg der Blutegeltherapie nicht darauf allein, vielmehr ist die Wirkung des Tierspeichels auf das Blut des Patienten von großer Bedeutung. Nachweislich ändert sich die Viscosität des Blutes, d.h. es wird dünnflüssiger; gleichzeitig wird die Gerinnungsneigung des Blutes herabgesetzt. Die bereits bekannten Wirkstoffe des Tierspeichels sind:
erst ermöglicht; dadurch ist auch die Gefahr einer Infektion, die über den Tierspeichel auftreten könnte, gebannt. Denn die Blutung wäscht die Wunde aus, dies ist die einfachste und wirksamste Desinfektion bei offenen Wunden. - Eine Substanz hat eine anästhesierende Wirkung, weil der Biss i.d.R. nicht als schmerzhaft empfunden wird, man spürt lediglich ein leichtes Zwicken Der Egel wird auf die zu behandelnde Stelle angesetzt. Während des Saugvorganges darf der Egel nicht entfernt werden; er fällt von alleine ab, wenn er satt ist. Die Blutegel dürfen auch nur einmal verwendet werden. Indikationen
Das Blut wird dünnflüssiger. Die Gerinnungsneigung wird vermindert. Über die Lymphbahnen wird das alte, zu Entzündung neigende Blut abtransportiert und macht frischem Blut Platz. Damit wird der Prozess des Heilens in Gang gesetzt.
Kontraindikationen
Es kann passieren, dass bei einigen Patienten an der Bissstelle Narbengewebe entsteht. Deshalb sollte immer eine Patienteneinverständniserklärung eingeholt werden.
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